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https://striezelmarkt.dresden.de/de/markttreiben/kunsthandwerk/keramik.php 24.10.2019 09:54:44 Uhr 14.11.2019 10:52:12 Uhr

Weihnachtliche Keramik

Töpferwaren aus Sachsen gehören seit Jahrhunderten zum Angebot des Striezelmarktes. Die Gefäße wurden in kleineren Werkstätten frei auf der Töpferscheibe gedreht, dann glasiert und gegebenenfalls bemalt beziehungsweise geschwämmelt und im Holz-, seit 1900 immer häufiger im Kohlenfeuer, gebrannt. Größere Betriebe verwandten seit den 20er Jahren auch Gießformen aus Gips.

Techniken

Die Oberlausitzer Keramik zeigt außen und innen eine kräftige umbrabraune Glasur, die durch Angießen mit und Eintauchen in Lehmbrei, der sogenannten Engobe, aufgebracht wird. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Oberlausitz die Keramik »geschwämmelt«.

Bei dieser Technik werden Muster oder Fondflächen durch in Farbe getauchte kleine Schwammstücke auf die Gefäßoberfläche aufgetupft. Häufig besteht die Glasurfarbe aus Kobaltblau. Nach dem Brennen wirken die behandelten Stellen wie die Oberfläche eines Schwammes. Das bekannteste Muster dieser Art ist das Pfauenaugendekor. Hier wird neben Blau und Grün gelegentlich auch Gelb verwendet.

Bei den geschwämmelten Mustern gibt es zwischen Bunzlau und der Oberlausitz eine enge Verwandtschaft, da die Töpfereien beider Gebiete mindestens seit den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die gleichen, bereits geschnittenen, kreisförmigen, eckigen oder sternartigen Schwämme von der Firma Lücke in Königsbrück bezogen.

Muster und Dekore

Die älteren Keramiken aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen mit dem Pinsel oder dem Malhörnchen aufgebrachte Pflanzen, Figuren, Wappen und Inschriften. Zierteller mit kupferoxidgrünen Blumen, Früchten und Tieren in Pinselmalerei auf weißer Zinnglasur entstanden zwischen 1650 und 1800 in Zittau.

Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen die Blumendekore in delikaten Farbtönen mit breitem Pinsel auf einer weißen Glasur - eine Bemalung, die als Spezialität der Oberlausitz gelten könnte.

Meistens sind die Blumen und Blätter wie in einem Kranz um die Gefäßwandungen zwischen blauen Bändereinfassungen gelegt. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen bunte Blumenbuketts die Wandung fast vollständig überdecken.

Zahlreich erhalten sind auch die Pflaumenmußtöpfe mit Henkel und Ausguss, die wie Milchtöpfe aussehen und außerdem einen blauen Fond mit runden weißen Tupfen zeigen. Es gibt aber auch Varianten mit blauen Tupfen auf hellem Grund sowie kleinen braunen Tupfen auf weißlichem Fond.

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