Landeshauptstadt Dresden - striezelmarkt.dresden.de

https://striezelmarkt.dresden.de/de/markttreiben/kunsthandwerk/holzkunst.php 24.10.2019 09:49:52 Uhr 14.11.2019 09:15:55 Uhr

Weihnachtliche Holzkunst

Holzfiguren aus dem Erzgebirge prägen seit Jahrhunderten den Dresdner Striezelmarkt. Was einst mit hölzernen Spanschachteln und einfachen Holzwaren begann, fand im 18. und 19. Jahrhundert mit Holzspielzeug seine Fortsetzung.

Schließlich gelangten mit der Herausbildung der »bürgerlichen Weihnacht« jene Holzfiguren, die Drechsler und Schnitzer nur zum Schmuck ihres eigenen Heimes angefertigt hatten, in die Weihnachtsstuben außerhalb des Erzgebirges.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand daraus eine ganze Palette kunstvoller Figuren, die von geschickten Holzspielzeugmachern bis heute in Handarbeit gefertigt werden.

Weihnachtspyramiden

Vorläufer der erzgebirgischen Pyramide waren statische, durch Stäbe gebildete, pyramidenförmige Weihnachtsgestelle, umwickelt mit Tannengrün. Die älteste erhaltene Stufenpyramide soll bereits 1780 entstanden sein.

Gemeinsam ist allen Pyramiden, dass durch die aufsteigende Wärme brennender Kerzen mittels eines Flügelrades eine Drehbewegung erzeugt wird, die dann ganze Weihnachtsgeschichten, Engel, Bergleute, Schäfer und andere typische Figuren der Weihnachtszeit an unseren Augen vorbeiziehen lässt.

Schwibbögen

Der Schwibbogen bringt die enge Verbindung der erzgebirgischen Volkskunst zum Bergbau zum Ausdruck. Er geht vermutlich auf eine am Stolleneingang aufgehängte Bergwerksleuchte zur Mettenschicht am Zechenheiligabend zurück. Zu dieser Mettenschicht schenkte der Bergschmied seiner Knappschaft einen Weihnachtsleuchter aus Eisen, der Schwibbogen genannt wurde.

Heute wird der Schwibbogen vorwiegend aus Holz gefertigt. Als Bogeninhalt gibt es eine Vielfalt figürlicher Darstellungen, die vom weihnachtlichen Krippenspiel über Bergmannsmotive bis hin zu Darstellungen vorweihnachtlichen Treibens reichen.

Der Nussknacker

Der »Vater« des erzgebirgischen Nussknackers war der Seiffener Wilhelm Friedrich Fürchtner. Er schuf 1870 den ersten gedrechselten Seiffener Nussknacker-König.

Für die Nussknacker ist charakteristisch, dass sie aus gedrechselten Teilen zusammengebaut werden, die überwiegend farbig bemalt sind. Dargestellt werden vorwiegend Gestalten aus der Obrigkeit wie Soldaten, Könige, Oberförster, Polizisten und Ritter, denen man Nüsse zum Knacken gibt.

Das Räuchermännchen

Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt eine weitere typische erzgebirgische Weihnachtsfigur - der Räuchermann. Er stellt, immer Pfeife rauchend, in einer schier endlosen Vielfalt an Motiven die gemütliche Seite des Lebens dar.

Der Grundkörper des Räuchermannes besteht aus einem hohlgedrechselten Körper, der nach unten offen ist und oben eine kleine Öffnung für den Rauchabzug hat. Die untere Öffnung wird mit einem Sockel verschlossen, auf dem das Räucherkerzchen steht. Um die Struktur des Holzes sichtbar zu machen, hat ein Großteil der Räuchermännchen eine naturbelassene Oberfläche bzw. ist nur farbig lasiert.

Drucken