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https://striezelmarkt.dresden.de/de/markttreiben/kunsthandwerk/glaskunst.php 10.10.2019 14:39:12 Uhr 14.11.2019 09:16:06 Uhr

Gläserner Weihnachtsschmuck - Geschichte der Glasbläserkunst

Die Sitte des Schmückens von Christbäumen hat einen sehr alten Ursprung. Anfangs wurden Äpfel, Oblaten, vergoldete Nüsse und Zuckerwerk als Schmuckelemente benutzt. Die ersten geblasenen Christbaumkugeln entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es handelte sich um größere Perlen, die in Kettenform oder auch einzeln aufgehängt wurden.

Mit der Zeit und der Verbesserung der Herstellungsverfahren kamen immer neue Formen und Varianten hinzu. So entstanden zwischen 1870 und 1930 etwa 5.000 verschiedene Muster. Auch heute noch sind solche traditionellen Formen wie Vögel, Engel, Zapfen und Glocken neben den kunstvoll bemalten Kugelformen sehr beliebt.

Mitten im Thüringer Wald, unweit vom Rennsteig, liegt die Glasbläserstadt Lauscha. Dieses idyllische Städtchen wurde mit der erteilten Konzession zur Gründung einer Dorfglashütte bereits 1597 erstmals urkundlich erwähnt.

Die erste Glashütte von Hans Greiner und Christoph Müller war Ausgangspunkt der Entwicklung einer Glasindustrie im südöstlichen Thüringer Wald. Johann Adam Greiner brachte 1730 von seinen Geschäftsreisen an den Rhein erste Erkenntnisse über die Verarbeitung von Glas in Heimwerkstätten mit.

Daraufhin wurden zahlreiche Gebrauchsgegenstände, Spielzeug und Schmuckperlen in den Heimwerkstätten gefertigt. 1771 stellte sein Sohn erstmals vor der Lampe geblasene Perlen her. Man kann davon ausgehen, dass der erste Christbaumschmuck nach den gleichen Methoden wie die Glasperlen geblasen und auch verspiegelt wurde.

1870 wurde die gesundheitsschädigende Bleiverspiegelung abgelöst und durch das Liebigsche Versilberungsrezept mit Silbernitrat ersetzt.

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