Landeshauptstadt Dresden - striezelmarkt.dresden.de

https://striezelmarkt.dresden.de/de/markttreiben/geschichte/geschichte-stm.php 17.09.2019 14:53:11 Uhr 14.11.2019 09:56:42 Uhr

Kleine Marktchronik

Obwohl so manchen Veränderungen unterworfen und auf verschiedenen Plätzen in der Landeshauptstadt zu Hause, bewahrte der Dresdner Striezelmarkt doch sein unverwechselbares Gesicht. Den Dresdnern und allen Besuchern der Stadt ist er heute ein ganz besonderer Ort, dessen Tradition sich auf eine reiche Geschichte gründet:

Folgen Sie uns durch die Geschichte des Dresdner Striezelmarktes

1434

Kurfürst Friedrich II. und sein Bruder Herzog Sigismund bewilligten der Stadt Dresden »umb gemeines nutzens und unserer Stadt Dresden besten willen« das Abhalten eines freien Marktes an einem Tag in jeder Woche einschließlich eines Marktes »am Tage vor dem Heiligen Christabend« auf dem heutigen Altmarkt. Dieses befristete Privileg bezog sich zunächst auf einen freien Fleischmarkt.

Nach den vorweihnachtlichen Fastentagen wählten hier die Bürger ihren Festbraten aus. Weil sich dieser Markt bewährte, wurde er beibehalten und auf andere Waren ausgedehnt.

1471

In Rechnungen des Bartholomai-, Materni- und Brückenhofhospitals werden die Striezel oder Stollen als Gaben des Rates der Stadt an die Armen und Kranken vermerkt: »Eyn Weißbrot den armen Leuten auf Weihnachten«, »den Kranken ein Christbrot«, »ein Christstrüzel«, »jeder Schwester einen Stroczel« usw.

1496

Der Rat der Stadt verlieh gegen Gebühr die »strutzelbreter«, die auf Handwagen gelegt wurden, um die Striezel oder Christwecken zu verkaufen. 1496 verzeichneten die Ratskämmereirechnungen als Einnahmen vom Ausleihen der Bretter »6 gr., 6 pf. von breten zu den cristbroten uff weihnachten«.

1500

Der Markt wird »Striezelmontag« genannt, weil er am Montag vor dem Fest stattfindet. Den Dresdner Hausfrauen bot er willkommene Gelegenheit, einen der auf »strutzelbretern« ausgelegten Festtagsstriezel zu kaufen. Die Bretter lagerten auf »struzelwahen« oder Karren und dienten dergestalt als Verkaufsstände. Wegen des regen Zuspruchs wird der Markt später vom Montag bis zum Weihnachtsabend verlängert.

1560

Die Ratsakten vermerken, daß der regierende Bürgermeister die Ratsherren nach altem Brauch »in dy strucel zcu laden« pflegte, also zu einem Stollenessen auf Stadtkosten. Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt jeder Ratsherr zu Weihnachten zwei Striezel (wie zu Ostern einen westfälischen Schinken). Für das Jahr 1617 wird die Ablösung beider Bezüge mit je einem Reichstaler beschlossen, doch bleibt die Bezeichnung »Schinken- und Striezelgeld«.

1624

Zunehmend Beschwerden der einheimischen Gewerbetreibenden gegen die Konkurrenz der auswärtigen Händler. Doch der Rat der Stadt hält es für nützlicher, wenn die »Commercia« befördert und die Fremden nicht abgewiesen werden. Der Zuzug von Händlern aus vielen sächsischen Ortschaften erhöht die Vielseitigkeit des Marktes.

1698

August der Starke bestätigt den feilhaltenden Händlern und Handwerkern aus Sachsen ihre »Possess-« oder Niederlagsrechte.

1700

Das städtische Waisenhaus unterhält auf dem Striezelmarkt »Strumpfbuden«. »Puppenwerk« und andere Drechslerwaren kommen auf. Die Holzwarenhändler und Kaufleute vom Lande oder »Schachtelleute«, wie sie im Volksmund hießen, begannen bemaltes Kinderspielzeug anzubieten, das sie als sogenannte Verleger von den Heimarbeiterfamilien im Erzgebirge aufgekauft hatten.

1704

Marktbezieherlisten verdeutlichen die große Vielfalt des Angebotes: 6 Töpfer, 8 Pfefferküchler, 3 Goldarbeiter, 2 Glashändler, 3 Messerschmiede, 20 Spitzenhändler, 11 Drechsler, 10 Posamentierer, 1 Strumpfwirker, 21 Zeughändler, 1 Sensenschmied, 9 Händler mit Holzgefäßen und 8 Klempner

1800

Neben dem Dresdner Striezelmarkt zählen zu jener Zeit der Nürnberger Christkindelmarkt, der Berliner Weihnachtsmarkt und der Frankfurter Christkindchesmarkt zu den bedeutendsten Festmärkten in Deutschland.

1853

Der Maler Ludwig Richter setzt mit seinem Holzschnitt »Ausverkauf wegen Geschäftsaufgabe« den Kindern ein Denkmal, die »Feuerrüpel« verkauften. Die kleine Gestalt des Pflaumentoffels wird später zum Sinnbild des Dresdner Striezelmarktes.

1910

Der Verkauf durch Kinder wird auf dem Striezelmarkt untersagt.

1937

Im Stallhof, zwischen Georgentor und Johanneum, wird ein »nostalgischer Striezelmarkt« durchgeführt, mit sächsischen Erzeugnissen nach historischem Vorbild.

Wechselnde Standorte - Altmarkt, Neumarkt, Hauptstraße, Postplatz, Johanngeorgenallee, Antonsplatz, Stallhof, Stadthalle, Theaterplatz, Weiße Gasse, Fucikplatz (jetzt Straßburger Platz), Ferdinandplatz und nun wieder der Altmarkt - prägen die Marktgeschichte.

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